Was ist eine Dividende?
Eine Dividende ist der Teil des Unternehmensgewinns, der direkt an die Aktionäre ausgezahlt wird — meist einmal oder ein paar Mal im Jahr, als Betrag pro Aktie. Besitzt du 100 Aktien und das Unternehmen zahlt 5 € pro Aktie, landen 500 € auf deinem Konto.
Das Geld geht vom Unternehmen direkt auf dein Konto.
Was viele übersehen: der Kurs fällt
An dem Tag, an dem die Dividende das Unternehmen verlässt, fällt der Aktienkurs normalerweise um genau den Dividendenbetrag. Das Geld ist vom Unternehmen zu dir gewandert. Du bist durch die Dividende nicht reicher — du hast dir einen Teil deiner Anlage bar auszahlen lassen.
Eine Dividende ist also an sich weder gut noch schlecht. Sie ist eine Entscheidung des Unternehmens: den Gewinn ausschütten, oder ihn behalten und in Wachstum investieren.
Wer Dividenden zahlt und wer nicht
Reife Unternehmen mit stabilen Gewinnen — Banken, Versorger, Pharma — zahlen oft Dividenden, weil sie nicht das ganze Geld für Wachstum brauchen. Wachstumsunternehmen zahlen oft nichts; sie stecken jeden Euro ins Größerwerden. Keines von beidem ist ein Qualitätsmerkmal.
Steuer auf Dividenden (Deutschland)
In Deutschland fällt auf Dividenden die Abgeltungsteuer an: 25 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %. Deutsche Banken behalten sie direkt ein — du siehst nur den Nettobetrag. Die ersten 1.000 € Kapitalerträge im Jahr bleiben steuerfrei, wenn du der Bank einen Freistellungsauftrag erteilt hast — siehe Sparer-Pauschbetrag. Bei ausländischen Aktien zieht oft zuerst das Herkunftsland Quellensteuer ab; ein Teil davon wird angerechnet.
Der typische Anfängerfehler
Eine Aktie kurz vor dem Dividendentermin kaufen, um »die Dividende mitzunehmen«. Der Kurs fällt am Tag danach um die Dividende — du stehst mit demselben Betrag da, zahlst aber Steuer auf die Dividende.
So siehst du es in Kiggo
Unter »Kennzahlen anzeigen« schreibt Kiggo, ob das Unternehmen eine Dividende zahlt und wie viel Prozent des Kurses sie ausmacht — mit einer Warnung, wenn der Prozentsatz so hoch ist, dass er wahrscheinlich ein Blick in den Rückspiegel vor einem Kurssturz ist. Zahlt das Unternehmen nichts, erklärt Kiggo, dass das völlig in Ordnung sein kann.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Wann bekommt man eine Dividende?
Deutsche Unternehmen zahlen meist einmal im Jahr, wenige Tage nach der Hauptversammlung im Frühjahr. Viele US-Unternehmen zahlen jedes Quartal. Du musst die Aktie an einem bestimmten Stichtag besitzen — vor dem sogenannten Ex-Tag —, um sie zu bekommen.
Ist eine Aktie mit hoher Dividende eine gute Aktie?
Nicht unbedingt. Eine sehr hohe Dividende in Prozent kommt oft daher, dass der Kurs stark gefallen ist — die Party ist schon vorbei. Siehe den Eintrag zur Dividendenrendite.
Muss ich Dividenden in Deutschland selbst in der Steuererklärung angeben?
Bei einer deutschen Bank in der Regel nicht — sie führt die Abgeltungsteuer direkt ab. Bei ausländischen Dividenden behält oft das Herkunftsland Quellensteuer ein; bis zu 15 % rechnet deine Bank meist automatisch an, den Rest kannst du dir in manchen Ländern zurückholen.
Kiggo erklärt — Kiggo berät nicht. Wir sagen dir nie, was du kaufen oder verkaufen sollst. Die Entscheidung ist deine. Zuletzt aktualisiert 2026-09-16.
Geschrieben von Claus Frisch, Gründer von Kiggo. Kein Berater, keine Bank — Kiggo erklärt, du entscheidest.