Was ist der Sparer-Pauschbetrag?
Der Sparer-Pauschbetrag ist der Freibetrag, bis zu dem Kursgewinne, Dividenden und Zinsen in Deutschland steuerfrei bleiben: 1.000 € pro Person und Jahr, 2.000 € für zusammen veranlagte Paare. Damit die Bank ihn berücksichtigt, gibst du ihr einen Freistellungsauftrag. Erst was darüber liegt, wird mit der Abgeltungsteuer belegt.
So funktioniert er
- 1.000 € pro Jahr (seit 2023; vorher 801 €). Gilt für alle Kapitalerträge zusammen: Kursgewinne, Dividenden, Zinsen, Vorabpauschale.
- Freistellungsauftrag. Du sagst der Bank, wie viel von deinem Freibetrag sie nutzen darf. Hast du mehrere Banken, teilst du die 1.000 € auf — zusammen nie mehr als 1.000 €.
- Nicht übertragbar. Was du in einem Jahr nicht nutzt, verfällt. Der Freibetrag kann nicht ins nächste Jahr mitgenommen werden.
- Vergessen? Steuererklärung. Hat die Bank ohne Freistellungsauftrag Steuer abgezogen, holst du sie über die Anlage KAP zurück.
Das Rechenbeispiel
Du bekommst im Jahr 600 € Dividenden und verkaufst eine Aktie mit 700 € Gewinn. Kapitalerträge zusammen: 1.300 €. Mit Freistellungsauftrag über 1.000 € sind nur 300 € steuerpflichtig: 300 × 26,375 % = 79,13 €.
Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank auf alle 1.300 € Steuer ab: 342,88 €. Die 263,75 € Differenz bekommst du erst mit der Steuererklärung im nächsten Jahr zurück.
Der Freibetrag bei ETFs
Auch die Vorabpauschale thesaurierender ETFs zählt gegen den Freibetrag. Für viele Anleger mit kleineren Depots reicht der Pauschbetrag aus, um die Vorabpauschale komplett abzudecken — dann fällt auf den ETF im laufenden Jahr gar keine Steuer an. Kiggo sagt dir nicht, wie viel du wo freistellen sollst — das hängt von deinen Konten ab.
Der typische Anfängerfehler
Den ganzen Freibetrag bei einer Bank hinterlegen, obwohl dort kaum Erträge anfallen — und beim Broker, wo die Dividenden ankommen, gar nichts. Verteile den Freistellungsauftrag dorthin, wo die Erträge sind.
So siehst du es in Kiggo
Kiggos Startanleitung auf Deutsch hat den Schritt »Steuer: Freistellungsauftrag stellen«, und das Wörterbuch erklärt den Sparer-Pauschbetrag mit denselben Worten wie hier. Kiggo sieht deine Freistellungsaufträge nicht und berechnet keine Steuer.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Sparer-Pauschbetrag 2026?
1.000 € pro Person, 2.000 € für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner bei Zusammenveranlagung. Er gilt seit 2023 und war zuletzt bei 801 € / 1.602 €.
Kann ich den Freistellungsauftrag auf mehrere Banken verteilen?
Ja. Die Summe aller Freistellungsaufträge darf 1.000 € (bzw. 2.000 €) nicht überschreiten. Das Finanzamt prüft das über die Steuer-ID.
Was, wenn ich den Freibetrag nicht ausschöpfe?
Dann verfällt der Rest. Er kann nicht ins nächste Jahr übertragen werden.
Kiggo erklärt — Kiggo berät nicht. Wir sagen dir nie, was du kaufen oder verkaufen sollst. Die Entscheidung ist deine. Zuletzt aktualisiert 2026-09-16.
Geschrieben von Claus Frisch, Gründer von Kiggo. Kein Berater, keine Bank — Kiggo erklärt, du entscheidest.