Steuern

Was ist die Vorabpauschale?

Die Vorabpauschale ist eine kleine Steuer, die du jedes Jahr auf thesaurierende ETFs und Fonds zahlst — also solche, die ihre Erträge nicht ausschütten, sondern wieder anlegen. Der Staat besteuert einen angenommenen Mindestertrag, obwohl du nichts verkauft hast. Sie wird Anfang des Jahres für das Vorjahr von deiner Bank abgebucht und später beim Verkauf angerechnet, damit nichts doppelt besteuert wird.

Eine steigende Kurslinie mit einem roten Punkt an jedem Jahreswechsel: Steuer jedes Jahr, auch ohne Verkauf.Steuer jedes Jahr — auch ohne Verkauf

Jeder rote Punkt ist ein Jahreswechsel, an dem Steuer anfällt.

So wird sie berechnet

Der Staat legt jedes Jahr einen Basiszins fest. Davon werden 70 % genommen — das ist der angenommene Ertrag. 2026: Basiszins 3,20 % × 70 % = 2,24 % des Fondswerts am Jahresanfang.

Das Rechenbeispiel

Du hast am 1. Januar 10.000 € in einem thesaurierenden Aktien-ETF, und er steigt im Jahr um 8 %.

Vorabpauschale: 10.000 × 2,24 % = 224 €. Davon 30 % steuerfrei → 156,80 € steuerpflichtig. Steuer 26,375 % = 41,36 €. Die Bank bucht den Betrag Anfang des Folgejahres von deinem Verrechnungskonto ab. Hast du noch Freibetrag übrig, fällt auch das weg.

Beim späteren Verkauf werden alle gezahlten Vorabpauschalen vom Gewinn abgezogen — du zahlst also nicht doppelt, sondern nur früher.

Warum es sie gibt

Ausschüttende ETFs zahlen jedes Jahr Dividenden aus, und darauf zahlst du sofort Steuer. Thesaurierende ETFs behalten die Dividenden — ohne Vorabpauschale würde die Steuer erst nach vielen Jahren beim Verkauf anfallen. Die Vorabpauschale gleicht das aus. In Jahren mit niedrigem Basiszins (2021: 0 %) gab es sie gar nicht.

Kiggo sagt: Die Vorabpauschale ist eine Anzahlung: der Staat holt sich jedes Jahr ein kleines Stück im Voraus — und rechnet es beim Verkauf wieder gut.

Der typische Anfängerfehler

Das Verrechnungskonto zum Jahreswechsel leer lassen. Die Bank bucht die Vorabpauschale in den ersten Januartagen ab — ist kein Geld da, verkauft mancher Broker Fondsanteile oder das Konto rutscht ins Minus.

So siehst du es in Kiggo

Im deutschen Wörterbuch von Kiggo hat die Vorabpauschale eine Zeichnung: ein roter Punkt an jedem Jahreswechsel, während die Abgeltungsteuer nur einen Punkt hat — am Verkaufstag. Kiggos ETF-Ansicht zeigt, ob ein ETF ausschüttet oder thesauriert. Kiggo berechnet die Vorabpauschale nicht; das macht deine Bank.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Vorabpauschale 2026?

Der Basiszins für 2026 beträgt 3,20 %; davon 70 % = 2,24 % des Fondswerts am Jahresanfang, begrenzt auf den tatsächlichen Wertzuwachs. Bei Aktien-ETFs sind davon 30 % steuerfrei. Der Basiszins wird jedes Jahr im Januar neu bekannt gegeben.

Fällt die Vorabpauschale auch bei ausschüttenden ETFs an?

Nur, wenn die Ausschüttung kleiner ist als die berechnete Pauschale — dann wird die Differenz angesetzt. Bei den meisten ausschüttenden ETFs fällt sie deshalb kaum ins Gewicht.

Zahle ich beim Verkauf doppelt?

Nein. Alle gezahlten Vorabpauschalen werden beim Verkauf vom steuerpflichtigen Gewinn abgezogen. Die Bank führt darüber Buch.

Kiggo erklärt — Kiggo berät nicht. Wir sagen dir nie, was du kaufen oder verkaufen sollst. Die Entscheidung ist deine. Zuletzt aktualisiert 2026-09-16.

Geschrieben von Claus Frisch, Gründer von Kiggo. Kein Berater, keine Bank — Kiggo erklärt, du entscheidest.

Sieh dir die Zahlen an einer echten Aktie an

Tipp einen Firmennamen in Kiggo ein und bekomm die Zahlen in einfachen Worten erklärt — an der Aktie, an die du selbst denkst.

Laden im App Store

Für iPhone und Android.

Kiggo Plus kostet 4,99 € im Monat, wenn du deine eigenen Zahlen dabeihaben willst. Preise ›