Was ist ein Freistellungsauftrag?
Der Freistellungsauftrag ist eine Anweisung an deine Bank oder deinen Broker: »Zieh bei mir erst Steuern ab, wenn ich den Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft habe.« Dieser Betrag liegt 2026 bei 1.000 Euro im Jahr, bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren bei 2.000 Euro. Ohne den Auftrag behält die Bank vom ersten Euro an Abgeltungsteuer ein.
Wie du ihn einrichtest
Im Online-Banking oder im Depot deines Brokers, meist unter »Steuern« oder »Freistellungsauftrag«. Du brauchst deine Steuer-Identifikationsnummer. Es dauert wenige Minuten und kostet nichts.
Er gilt ab dem Tag der Einrichtung für das laufende Jahr und läuft danach weiter, bis du ihn änderst.
Mehrere Banken, ein Betrag
Hast du Konten bei mehreren Banken, kannst du den Betrag aufteilen — zum Beispiel 600 Euro beim Broker und 400 Euro bei der Hausbank. Zusammen dürfen die Aufträge den Pauschbetrag nicht überschreiten. Die Banken melden die Beträge, und zu viel Freigestelltes fällt auf.
Weißt du nicht, wo die Erträge anfallen, ist es oft am einfachsten, den vollen Betrag dort einzutragen, wo dein Depot liegt.
Vergessen — und jetzt?
Nicht schlimm, nur ärgerlich: Die zu viel gezahlte Steuer holst du dir über die Anlage KAP in der Steuererklärung zurück. Der Freistellungsauftrag erspart dir diesen Umweg, wirkt aber nicht rückwirkend für bereits abgerechnete Erträge desselben Jahres — richte ihn also lieber früh ein.
Der typische Anfängerfehler
Das Depot eröffnen und den Freistellungsauftrag vergessen. Die erste Ausschüttung kommt dann schon gekürzt an — und du holst dir das Geld erst mit der Steuererklärung im nächsten Jahr zurück.
So siehst du es in Kiggo
Kiggo verwaltet keine Freistellungsaufträge und rechnet keine Steuern — das machen deine Bank und das Finanzamt. Im Wörterbuch erklärt Kiggo nur, was die Wörter bedeuten, bevor du sie in deinem Depot anklickst.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Freistellungsauftrag 2026?
1.000 Euro pro Person und Jahr, 2.000 Euro bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren. Der Betrag gilt für alle Kapitalerträge zusammen: Zinsen, Dividenden, Kursgewinne und Vorabpauschalen.
Kann ich ihn auf mehrere Banken verteilen?
Ja, in beliebigen Teilbeträgen. Die Summe aller Aufträge darf den Pauschbetrag aber nicht überschreiten.
Was ist mit Kindern?
Auch Kinder haben einen eigenen Pauschbetrag. Für ein Depot auf den Namen des Kindes stellen die Eltern den Auftrag; bei sehr geringem Einkommen kann zusätzlich eine Nichtveranlagungsbescheinigung sinnvoll sein.
Kiggo erklärt — Kiggo berät nicht. Wir sagen dir nie, was du kaufen oder verkaufen sollst. Die Entscheidung ist deine. Zuletzt aktualisiert 2026-09-22.
Geschrieben von Claus Frisch, Gründer von Kiggo. Kein Berater, keine Bank — Kiggo erklärt, du entscheidest.