Was ist Insiderhandel?
Insiderhandel ist, wenn Vorstand oder Aufsichtsrat eines börsennotierten Unternehmens Aktien der eigenen Firma kaufen oder verkaufen. Das ist völlig legal — solange es ohne geheime Informationen geschieht und der Handel veröffentlicht wird (in Deutschland heißen diese Meldungen Directors’ Dealings). Kauft das Management mit eigenem Geld, wird das oft als Vertrauen in das Unternehmen gelesen.
Legal und illegal
Zwei völlig verschiedene Dinge heißen beide Insiderhandel:
- Legal: Die Vorstandschefin kauft Aktien ihres eigenen Unternehmens in einer Zeit, in der keine geheimen Nachrichten anstehen. Der Handel wird gemeldet und innerhalb weniger Tage veröffentlicht. Davon handelt dieser Eintrag.
- Illegal: Jemand handelt auf Basis von Informationen, die die Öffentlichkeit nicht hat — etwa ein noch nicht veröffentlichter Quartalsbericht. Das ist eine Straftat, und deshalb hat das Management vor Zahlen »geschlossene Fenster«, in denen es gar nicht handeln darf.
Was du daraus lesen kannst
Käufe sagen mehr als Verkäufe. Wenn eine Vorstandschefin mit eigenem Geld kauft, gibt es im Kern nur einen Grund: Sie glaubt, dass die Aktie mehr wert sein wird. Wenn sie verkauft, kann es hundert Gründe geben — ein Haus, eine Scheidung, Steuern, das eigene Vermögen breiter streuen. Also: Käufe des Managements sind ein Signal; Verkäufe des Managements sind meist Rauschen.
Die Größe zählt auch. Ein Vorstand, der für ein Monatsgehalt kauft, sagt wenig. Einer, der für mehrere Jahresgehälter kauft, sagt einiges.
Ein Signal unter vielen
Auch das Management irrt sich. Es gibt genug Beispiele für Vorstände, die groß gekauft haben — kurz bevor alles schiefging. Insiderkäufe sind ein Puzzleteil, das ein Bild bestätigen kann, das du schon aus den Zahlen hast. Ein Bild für sich sind sie nicht.
Der typische Anfängerfehler
Verkaufen, weil ein Vorstand verkauft hat. Das Management bekommt oft einen großen Teil seiner Vergütung in Aktien und muss einen Teil verkaufen, um Geld zum Leben zu haben. Über das Unternehmen sagt das nichts.
So siehst du es in Kiggo
Kiggo zeigt zu jeder Aktie die neuesten Unternehmensmeldungen — und Meldungen über Geschäfte des Managements sind genau so eine Meldung (»Directors’ Dealings« oder »Eigengeschäfte von Führungskräften«). Kiggo bewertet die Geschäfte nicht für dich; es ist ein Ort zum Nachsehen, ob das Management eigenes Geld im Spiel hat.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Wo sehe ich Insidergeschäfte bei deutschen Unternehmen?
Sie werden als Directors’ Dealings veröffentlicht — auf der Website des Unternehmens, in der Datenbank der BaFin und in Nachrichtenfeeds wie dem in Kiggo. Bei Unternehmen in anderen EU-Ländern läuft es nach denselben Regeln.
Wie schnell muss ein Insidergeschäft veröffentlicht werden?
In der EU müssen Führungskräfte das Geschäft innerhalb von drei Geschäftstagen melden, und das Unternehmen muss es danach umgehend veröffentlichen. Du siehst den Handel also wenige Tage, nachdem er stattgefunden hat.
Kiggo erklärt — Kiggo berät nicht. Wir sagen dir nie, was du kaufen oder verkaufen sollst. Die Entscheidung ist deine. Zuletzt aktualisiert 2026-09-16.
Geschrieben von Claus Frisch, Gründer von Kiggo. Kein Berater, keine Bank — Kiggo erklärt, du entscheidest.