Was ist die Ordergebühr (Provision)?
Die Ordergebühr — auch Provision oder Orderprovision — ist die Gebühr, die deine Bank oder dein Broker jedes Mal verlangt, wenn du ein Wertpapier kaufst oder verkaufst. Sie kann ein fester Betrag sein (etwa 4 € pro Order) oder ein Prozentsatz des Betrags (etwa 0,1 %, oft mit einem Mindestbetrag). Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind groß — und sie zählen am meisten, wenn du kleine Beträge handelst.
Warum sie bei kleinen Beträgen am meisten zählt
Kaufst du für 100 € und zahlst 4 € Ordergebühr, hast du 4 % bezahlt — die Aktie muss fast 4 % steigen, nur damit du bei null landest. Und beim Verkauf zahlst du die Gebühr noch einmal. Kaufst du für 2.000 €, sind dieselben 4 € nur 0,2 %.
Also: Wenn du kleine Beträge handelst, ist die Ordergebühr der wichtigste Kostenpunkt, den du hast. Viele kaufen deshalb seltener und dafür größere Beträge auf einmal, oder sie wählen einen Anbieter mit niedrigem Mindestbetrag.
Was es typisch kostet (ungefähr, 2026)
Deutsche Aktien kosten bei Neobrokern typisch 0–1 € pro Order, bei Direktbanken oft rund 5 € plus etwa 0,25 % des Betrags (mit Mindest- und Höchstbetrag) und bei Filialbanken deutlich mehr — häufig um 1 %. Ausländische Aktien kosten typisch etwas mehr und tragen obendrauf eine Währungsumrechnungsgebühr, oft 0,25–0,5 %. Prüfe immer das Preisverzeichnis des Anbieters — die Preise ändern sich.
Anbieter mit »null Gebühren« verdienen ihr Geld stattdessen am Spread und an der Währungsumrechnung. Kostenlos gibt es nicht; die Kosten sitzen nur woanders.
Die anderen Kosten
Die Ordergebühr ist nur die sichtbare. Dazu kommen Spread, Währungsumrechnung bei ausländischen Aktien, eventuell Depotgebühren — und bei Fonds ihre TER. Rechne alles zusammen, bevor du Anbieter vergleichst. Die günstigste Ordergebühr ist nicht immer das günstigste Gesamtpaket.
Der typische Anfängerfehler
Oft für kleine Beträge handeln. Zehn Käufe zu je 50 € mit 4 € Ordergebühr sind 40 € — 8 % des Geldes — bevor die Aktien sich überhaupt bewegt haben. Ein Kauf für 500 € kostet 4 €.
So siehst du es in Kiggo
Unter »Loslegen« in Kiggo gibt es eine Anleitung zur Brokerwahl mit ungefähren Preisen dafür, was die verschiedenen Anbieter pro Order verlangen — inklusive Währungsgebühren bei ausländischen Aktien.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Ist die Ordergebühr dasselbe wie eine Gebühr?
Die Ordergebühr ist speziell die Handelsgebühr — was du pro Kauf und Verkauf zahlst. Obendrauf kann es weitere Gebühren geben: Depotgebühr, Währungsumrechnung, eine Gebühr für den Erhalt ausländischer Dividenden.
Ist die Ordergebühr steuerlich absetzbar?
Indirekt, ja. Die Ordergebühr wird beim Kauf zum Kaufpreis dazugerechnet und beim Verkauf vom Verkaufspreis abgezogen, sodass dein steuerpflichtiger Gewinn kleiner ist. Bei einer deutschen Bank passiert das automatisch, bevor die Abgeltungsteuer berechnet wird.
Kiggo erklärt — Kiggo berät nicht. Wir sagen dir nie, was du kaufen oder verkaufen sollst. Die Entscheidung ist deine. Zuletzt aktualisiert 2026-09-16.
Geschrieben von Claus Frisch, Gründer von Kiggo. Kein Berater, keine Bank — Kiggo erklärt, du entscheidest.