Krypto

Was ist eine Kryptobörse?

Eine Kryptobörse ist ein Unternehmen, bei dem du Kryptowährungen gegen normales Geld kaufen und verkaufen oder einen Coin gegen einen anderen tauschen kannst. Anders als eine gewöhnliche Börse ist sie oft Marktplatz, Broker und Verwahrer zugleich: In der Praxis hast du eine Forderung gegen das Unternehmen, nicht selbst die Schlüssel. Geht die Börse pleite, können deine Coins eingefroren oder verloren sein — so geschehen, als FTX im November 2022 pleiteging.

Drei Rollen in einem Unternehmen

An der Aktienbörse sind die Rollen getrennt: Die Börse bringt Käufe und Verkäufe zusammen, deine Bank oder dein Broker gibt die Order auf, und deine Aktien liegen in einem Depot, getrennt vom eigenen Geld der Bank. Bei einer Kryptobörse liegt oft alles an einem Ort. Das ist bequem. Aber wenn das Unternehmen Kundengeld mit eigenem Geld vermischt, merkt es von außen niemand rechtzeitig.

FTX — was passiert ist

2022 war FTX eine der größten Kryptobörsen der Welt. Im November jenes Jahres kam heraus, dass Kundengeld von einer Schwesterfirma genutzt worden war. Die Kunden wollten auf einmal abheben, das Geld war nicht da, und FTX ging pleite. Mehr als eine Million Kunden kamen nicht an ihr Geld. Der Gründer wurde später in den USA wegen Betrugs verurteilt.

Was MiCA in der EU ändert

Seit dem 30. Dezember 2024 ist die MiCA-Verordnung der EU voll in Kraft. Eine Kryptobörse, die ihre Dienste in der EU anbieten will, braucht eine Zulassung einer Aufsichtsbehörde, muss die Coins der Kunden getrennt von ihren eigenen halten und die Risiken offenlegen. Manche Länder gaben bestehenden Börsen eine Übergangsfrist, die spätestens am 1. Juli 2026 endete. Die Regeln machen Börsen transparenter. Vor Kursverlusten schützen sie dich nicht, und Krypto fällt nicht unter die Einlagensicherung.

Kosten

Kryptobörsen verdienen an Gebühren pro Trade und am Spread — dem Abstand zwischen Kauf- und Verkaufspreis. »Gebührenfreier« Handel heißt oft, dass die Kosten im Spread versteckt sind.

Beispiel: Kaufst du für 1.000 € und verkaufst wieder, mit insgesamt 1 % Kosten in jede Richtung, hast du etwa 20 € bezahlt, bevor sich der Kurs überhaupt bewegt hat.

Kiggo sagt: Eine Kryptobörse ist bequem, weil sie alles für dich erledigt. Genau das ist auch ihre Schwäche: Wenn sie scheitert, scheitert alles auf einmal.

Der typische Anfängerfehler

Glauben, eine große, bekannte Kryptobörse könne nicht pleitegehen. FTX war groß, bekannt und warb mit Prominenten. Größe ist nicht dasselbe wie Sicherheit.

So siehst du es in Kiggo

Kiggo ist keine Kryptobörse, handelt nicht und verwahrt keine Coins. Kiggo zeigt die Kurse: Unter Markt → Kryptowährung siehst du die 25 größten Coins (ohne Stablecoins) als Farbkarte, alle 15 Sekunden aktualisiert. Tipp auf eine Kachel für drei Ringe, »10 Jahre auf einen Blick« und die Steuerkarte für dein Land — denn Krypto wird von Land zu Land unterschiedlich besteuert. Krypto ist in Kiggo Plus enthalten.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Sind meine Coins bei einer Kryptobörse sicher?

So sicher wie die Börse. Nach MiCA müssen Börsen in der EU zugelassen sein und die Coins der Kunden getrennt halten, das hilft. Aber es gibt keine Einlagensicherung, und geht die Börse pleite, kann es lange dauern, bis du etwas zurückbekommst — wenn überhaupt.

Wie prüfe ich, ob eine Kryptobörse in der EU zugelassen ist?

Die europäische Aufsichtsbehörde ESMA führt ein öffentliches Register der nach MiCA zugelassenen Anbieter. Steht die Börse dort nicht, hat sie keine EU-Zulassung.

Zahle ich Steuern auf Trades bei einer Kryptobörse?

Das hängt von deinem Land ab — die Regeln sind verschieden und oft anders als bei Aktien. Kiggo zeigt dir in der App unter jedem Coin die Steuerregeln deines Landes.

Kiggo erklärt — Kiggo berät nicht. Wir sagen dir nie, was du kaufen oder verkaufen sollst. Die Entscheidung ist deine. Zuletzt aktualisiert 2026-09-23.

Geschrieben von Claus Frisch, Gründer von Kiggo. Kein Berater, keine Bank — Kiggo erklärt, du entscheidest.

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