Was ist Inflation — und was bedeutet sie für dein Erspartes?
Inflation heißt, dass die Preise allgemein steigen — und dein Geld deshalb mit jedem Jahr ein bisschen weniger kauft. Bei 2 % Inflation kostet das, was heute 100 € kostet, nächstes Jahr 102 €. Das klingt harmlos, aber über 10 Jahre verlieren 100.000 € auf einem Konto ohne Zinsen rund 18 % ihrer Kaufkraft. Inflation ist der Grund, warum Geld, das nur herumliegt, nicht ohne Risiko ist — und warum Menschen überhaupt investieren.
Ein Rechenbeispiel
Du hast 100.000 € auf einem Konto mit 0 % Zinsen. Die Inflation liegt bei 2 % im Jahr.
- Nach 1 Jahr: Du hast immer noch 100.000 € — aber sie kaufen nur noch, was vorher 98.000 € gekauft haben.
- Nach 10 Jahren: Die Kaufkraft liegt bei rund 82.000 €.
- Nach 25 Jahren: rund 61.000 €.
Die Zahl auf dem Konto hat sich nicht bewegt. Genau das macht Inflation so tückisch: Der Verlust ist unsichtbar. Bei rund 6 %, wie in Deutschland 2022 und 2023, geht es dreimal so schnell.
Realrendite — die Zahl, die zählt
Die Realrendite ist deine Rendite minus Inflation. Bringt deine Geldanlage 7 % und die Inflation liegt bei 2 %, beträgt deine Realrendite etwa 5 %. Zahlt das Tagesgeld 1 % und die Inflation liegt bei 2 %, ist deine Realrendite −1 %: Du wirst ärmer, obwohl der Kontostand steigt. Auf diese Zahl solltest du schauen, wenn du beurteilst, ob etwas eine gute Art zu sparen ist.
Was Inflation mit Aktien und Anleihen macht
Aktien haben historisch auf lange Sicht mit der Inflation Schritt gehalten, weil Unternehmen ihre Preise erhöhen — der Pharmakonzern verlangt mehr für seine Medikamente, die Brauerei mehr für ihr Bier. Kurzfristig kann hohe Inflation Aktien schaden, weil die Notenbanken dann die Zinsen erhöhen. Anleihen mit festem Zins trifft es direkt: Die 3 %, die dir versprochen wurden, sind weniger wert, wenn die Preise um 5 % steigen. Deshalb gelten Aktien über viele Jahre als der beste Schutz gegen Inflation.
Der typische Anfängerfehler
Zu glauben, Geld auf dem Girokonto sei »sicher«. Es ist sicher vor Schwankungen — nicht vor Inflation. Über 20 Jahre hat ein Konto ohne Zinsen bei 2 % Inflation mit Sicherheit ein Drittel seiner Kaufkraft verloren. Auch das ist ein Verlust. Er steht nur nicht in der Banking-App.
So siehst du es in Kiggo
Kiggo zeigt Renditen in nominalen Zahlen — also das, was der Kurs tatsächlich gemacht hat — und rechnet die Inflation nicht heraus. In der Anleitung unter »Loslegen« erklärt Kiggo den Unterschied zwischen Sparen und Investieren mit der Inflation als Ausgangspunkt: was 100.000 € in 20 Jahren wert sind, wenn sie liegen bleiben — und wenn sie wachsen.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Was ist eine normale Inflation?
Die Europäische Zentralbank strebt rund 2 % im Jahr an. 2022 lag die Inflation in Deutschland zeitweise bei fast 9 % — so hoch wie seit Jahrzehnten nicht — und ist seitdem wieder Richtung normal gesunken.
Schützen Aktien vor Inflation?
Auf lange Sicht historisch ja: Die Gewinne der Unternehmen und damit die Kurse folgen den allgemeinen Preisen. Kurzfristig nicht unbedingt — Jahre mit plötzlich hoher Inflation waren oft schwache Börsenjahre.
Was bedeutet Inflation für die Steuer?
Du zahlst Steuer auf deinen ganzen Gewinn — auch auf den Teil, der nur Inflation ist. Steigt eine Aktie über zehn Jahre um 20 % bei 2 % Inflation im Jahr, ist der reale Gewinn null, aber die Abgeltungsteuer fällt auf die 20 % an. Ein Grund mehr für niedrige Kosten und einen langen Horizont.
Kiggo erklärt — Kiggo berät nicht. Wir sagen dir nie, was du kaufen oder verkaufen sollst. Die Entscheidung ist deine. Zuletzt aktualisiert 2026-09-23.
Geschrieben von Claus Frisch, Gründer von Kiggo. Kein Berater, keine Bank — Kiggo erklärt, du entscheidest.