Was ist die PEG-Ratio?
Die PEG-Ratio ist das KGV geteilt durch das erwartete jährliche Gewinnwachstum (in Prozent). Ein Unternehmen mit KGV 30 und 30 % erwartetem Wachstum hat ein PEG von 1. Um 1 gilt als fair: Du bezahlst für den Gewinn, ohne für das Wachstum zu viel zu zahlen.
Warum das KGV nicht reicht
Ein KGV von 30 klingt teuer. Aber wenn der Gewinn 30 % im Jahr wächst, liegt das KGV in drei Jahren nur noch bei etwa 14 — beim gleichen Kurs. Ein KGV von 10 klingt günstig, aber wenn der Gewinn 5 % im Jahr sinkt, wird es jedes Jahr teurer. Die PEG-Ratio berücksichtigt das, indem sie durch das Wachstum teilt.
Beispiel: KGV 24, erwartetes Wachstum 12 % im Jahr → PEG 2. Du bezahlst doppelt so viel, wie das Wachstum »rechtfertigt«.
So liest du es
- Unter 1: Die Aktie ist im Verhältnis zu ihrem Wachstum möglicherweise günstig — wenn das Wachstum hält.
- Um 1: Fair.
- Über 2: Du bezahlst viel für das Wachstum. Der Markt muss mit seinen Erwartungen recht haben, und mehr als das.
Der Schwachpunkt ist das Wort erwartet. Das Wachstum ist eine Schätzung von Analysten, und Schätzungen liegen oft daneben. Für kleine Unternehmen gibt es oft gar keine Schätzungen — und dann auch kein PEG.
Der typische Anfängerfehler
Dem PEG bei einem Unternehmen vertrauen, dessen Wachstumsschätzung auf einem einzigen guten Jahr beruht. 40 % Wachstum nach einem Katastrophenjahr ergeben ein wunderbares PEG — und sagen nichts über die nächsten fünf Jahre.
So siehst du es in Kiggo
Kiggo holt das PEG, wo es existiert, und lässt es in die langfristige Einschätzung einfließen — den Ring »Langfristig (Jahre)« auf der Aktienseite. Fehlt die Zahl, weil es für das Unternehmen keine Wachstumsschätzungen gibt, baut Kiggo die Einschätzung auf den anderen Bilanzkennzahlen auf und sagt das auch.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Woher kommt die Wachstumsschätzung?
Von Analysten, die das Unternehmen verfolgen und den Gewinn der nächsten 3–5 Jahre schätzen. Große Unternehmen haben viele Analysten, kleine oft keinen. Deshalb gibt es das PEG vor allem für große Aktien.
Kann das PEG negativ sein?
Ja, wenn der Gewinn voraussichtlich sinkt. Dann ist die Zahl unbrauchbar — und der Rückgang ist die eigentliche Botschaft.
Kiggo erklärt — Kiggo berät nicht. Wir sagen dir nie, was du kaufen oder verkaufen sollst. Die Entscheidung ist deine. Zuletzt aktualisiert 2026-09-16.
Geschrieben von Claus Frisch, Gründer von Kiggo. Kein Berater, keine Bank — Kiggo erklärt, du entscheidest.