Handel

Was ist ein Hebel beim Investieren?

Mit einem Hebel investierst du mehr Geld, als du hast; der Rest ist geliehen. Setzt du 1.000 € ein und investierst 3.000 €, hast du einen Hebel von 3. Steigt die Aktie um 10 %, verdienst du 300 € auf deine 1.000 € — 30 %. Fällt sie um 10 %, verlierst du 30 %. Fällt sie um 34 %, ist dein eigenes Geld weg. Ein Hebel vervielfacht alles: den Gewinn, den Verlust und das Tempo, mit dem es schiefgeht. Er ist das wirksamste Werkzeug, das es gibt, um schnell Geld zu verlieren.

Ein Balken mit einem kleinen grünen Teil unten für eigenes Geld und einem großen grauen Teil darüber für geliehenes Geld, und ein Pfeil, der zeigt, dass sich der ganze Balken bewegt.eigenes Geldgeliehenes Geld

Du setzt mehr ein, als du hast. Alles wird vervielfacht — auch der Verlust.

Ein Rechenbeispiel

Du hast 1.000 € und nimmst einen Hebel von 3: Du investierst 3.000 €, davon 2.000 € geliehen.

Die AktieOhne HebelMit Hebel 3
+10 %+100 € (+10 %)+300 € (+30 %)
−10 %−100 € (−10 %)−300 € (−30 %)
−34 %−340 € (−34 %)−1.020 € (alles — und etwas mehr)

Dazu kommen Zinsen auf die 2.000 €, die du geliehen hast — bei einem Wertpapierkredit typischerweise 5–10 % im Jahr. Die Aktie muss also steigen, nur damit du auf der Stelle trittst.

Wo sich ein Hebel versteckt

Warum das nichts für Anfänger ist

Ohne Hebel kann eine Aktie um 50 % fallen und sich wieder erholen — du musst nur warten. Mit Hebel fliegst du unterwegs raus, und dann ist nichts mehr da, das sich erholen könnte. Ein Hebel nimmt dir den einen Vorteil, den du als Privatanleger hast: Zeit. Die meisten erfahrenen Anleger nutzen nie einen. Das ist keine Feigheit. Das ist Mathematik.

Kiggo sagt: Ein Hebel ist schneller fahren. Auf gerader Strecke bist du früher da — und in der Kurve wird der Unfall schlimmer.

Der typische Anfängerfehler

Einen »3x«-ETF auf einen Index kaufen, an den du glaubst, und ihn ein Jahr liegen lassen. Der Index schließt mit +5 %; der ETF womöglich mit −10 %, weil der tägliche Hebel jedes Mal Wert frisst, wenn der Markt hin und her schwankt. Das Produkt hat genau getan, was es versprochen hat. Es war nur nicht das, was der Käufer dachte.

So siehst du es in Kiggo

Kiggo erkennt Hebel-ETFs und sagt das deutlich auf der Seite des Fonds: was »2x« bedeutet und dass der Fonds für Tage gebaut ist, nicht für Jahre. Eine langfristige Einschätzung gibt Kiggo zu solchen Produkten nicht, weil sie keinen Sinn ergäbe. Kiggo handelt nicht und bietet keinen Hebel an.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Kann ich mehr verlieren, als ich eingesetzt habe?

Mit normalen Aktien und ETFs nie. Mit einem Wertpapierkredit ja. Bei CFDs ist eine Nachschusspflicht für Privatkunden in der EU verboten, und bei Knock-outs und Optionsscheinen ist dein Einsatz das Maximum — aber der ist schnell weg.

Ist ein Hebel-ETF gefährlich?

Nicht an sich — er tut, was er sagt. Die Gefahr ist, dass er nicht tut, was die Leute denken: Er vervielfacht die Bewegung des Tages, nicht die des Jahres. Über längere Zeit verliert er typischerweise an Wert gegenüber dem, was man erwarten würde.

Was ist ein Knock-out?

Ein Hebelprodukt mit einer festen Schwelle. Solange der Kurs sie nicht berührt, läuft es mit Hebel mit. Berührt er sie auch nur kurz, endet das Produkt sofort, und vom Einsatz bleibt wenig oder nichts.

Kiggo erklärt — Kiggo berät nicht. Wir sagen dir nie, was du kaufen oder verkaufen sollst. Die Entscheidung ist deine. Zuletzt aktualisiert 2026-09-23.

Geschrieben von Claus Frisch, Gründer von Kiggo. Kein Berater, keine Bank — Kiggo erklärt, du entscheidest.

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