Was ist ein Investmentfonds?
Ein Investmentfonds ist ein Topf, in den viele Menschen Geld einzahlen. Ein Fondsmanager legt es für sie in Aktien oder Anleihen an. Du kaufst einen Fondsanteil und besitzt damit ein kleines Stück vom ganzen Korb. Streng genommen ist auch ein ETF ein Investmentfonds — gemeint ist hier aber der klassische Fonds, den du meist über deine Bank oder Sparkasse kaufst und bei dem oft jemand aktiv die Aktien auswählt. Er ähnelt einem ETF, ist aber meist deutlich teurer.
So funktioniert er
Stell dir vor, 10.000 Menschen zahlen je 1.000 € in einen Topf. Mit dem Topf — 10 Millionen € — werden 300 verschiedene Aktien gekauft. Dir gehört ein Zehntausendstel von allem. Steigen die 300 Aktien um 5 %, steigt dein Anteil um 5 % — abzüglich der Kosten des Fonds.
Der Preis eines Anteils heißt Anteilwert oder Nettoinventarwert: das Vermögen des Fonds geteilt durch die Zahl der Anteile. Er wird meist einmal am Tag berechnet.
Investmentfonds oder ETF?
| Klassischer Fonds | ETF | |
|---|---|---|
| Laufende Kosten | Aktiv gemanagt oft 1–2 % im Jahr | Meist 0,05–0,4 % im Jahr |
| Ausgabeaufschlag | Bei der Bank oft bis zu 5 % | Keiner — nur die Ordergebühr |
| Gehandelt | Über die Bank oder Fondsgesellschaft, meist zum Anteilwert des Tages | Den ganzen Tag an der Börse |
| Steuer (Deutschland) | Gleich: Seit 2018 gelten für beide dieselben Regeln (Vorabpauschale, Teilfreistellung) | |
| Aktiv oder passiv | Beides gibt es, bei Banken meist aktiv | Fast immer passiv |
Der große Unterschied ist also nicht die Steuer, sondern der Preis. Ein Ausgabeaufschlag von 5 % heißt: Von 1.000 € werden nur gut 950 € angelegt. Über Online-Broker bekommst du viele Fonds mit Rabatt oder ganz ohne Aufschlag — frag danach.
Worauf du achten kannst
- Laufende Kosten — stehen im Basisinformationsblatt des Fonds und entsprechen der TER.
- Ausgabeaufschlag — einmalig beim Kauf. Kommt zu den laufenden Kosten dazu.
- Aktiv oder passiv — folgt der Fonds einem Index, oder wählt ein Manager die Aktien aus? Passiv ist am günstigsten.
- Ausschüttend oder thesaurierend — was mit den Erträgen passiert, siehe thesaurierend / ausschüttend.
Der typische Anfängerfehler
Den Fonds kaufen, den die Bank vorschlägt, ohne auf die Kosten zu schauen. 5 % Ausgabeaufschlag plus 1,8 % im Jahr fressen über 25 Jahre grob ein Drittel der Endsumme. Frag nach den laufenden Kosten und dem Aufschlag und vergleiche mit einem ETF auf denselben Index.
So siehst du es in Kiggo
Kiggo erkennt Fonds und zeigt sie anders als Aktien: welchem Index sie folgen, was sie kosten, ob sie thesaurieren oder ausschütten, und die zehn größten Positionen im Korb. Kiggo empfiehlt keine bestimmten Fonds — die Checkliste ist dafür da, dass du selbst vergleichen kannst.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Ist ein Investmentfonds dasselbe wie ein ETF?
Fast. Beide halten für dich einen Korb von Wertpapieren. Ein ETF wird den ganzen Tag an der Börse gehandelt und ist meist günstiger; ein klassischer Fonds wird über die Bank oder die Fondsgesellschaft gekauft und ist oft aktiv gemanagt. Steuerlich werden beide in Deutschland gleich behandelt.
Was ist ein Fondsanteil?
Dein Nachweis, dass dir ein Stück des Fonds gehört — das, was du tatsächlich kaufst und verkaufst. Er ist so etwas wie eine Aktie am Fonds.
Kann ein Investmentfonds pleitegehen?
Das Geld im Fonds ist Sondervermögen: rechtlich getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft und der Bank. Geht die Gesellschaft pleite, gehört das Fondsvermögen weiterhin den Anlegern. Verlieren kannst du durch fallende Kurse — nicht durch die Pleite des Anbieters.
Kiggo erklärt — Kiggo berät nicht. Wir sagen dir nie, was du kaufen oder verkaufen sollst. Die Entscheidung ist deine. Zuletzt aktualisiert 2026-09-23.
Geschrieben von Claus Frisch, Gründer von Kiggo. Kein Berater, keine Bank — Kiggo erklärt, du entscheidest.