Was passiert bei einem Depot im Ausland?
Hast du dein Depot bei einem ausländischen Broker, gibt es keine Endbesteuerung: die 27,5 % werden nicht abgezogen, und du musst Gewinne und Dividenden selbst in der Steuererklärung angeben. Dazu kommt eine zweite Regel, die alle Depots betrifft: in Österreich lassen sich Verluste nur innerhalb desselben Jahres mit Gewinnen verrechnen. Einen Verlustvortrag ins nächste Jahr gibt es nicht.
Was du selbst erledigen musst
- Angeben ist Pflicht, nicht Wahl. Kursgewinne und Dividenden aus einem Auslandsdepot gehören in die Steuererklärung — auch dann, wenn im Ausland schon etwas einbehalten wurde.
- Ausländische Quellensteuer. Bei Dividenden hält das Herkunftsland oft zuerst selbst etwas ein. Was darüber hinausgeht, muss man dort zurückfordern — das dauert meist Monate.
- Regelbesteuerungsoption. Wer sehr wenig verdient, kann beantragen, dass die Kapitalerträge stattdessen zum normalen Tarif besteuert werden. Das lohnt sich nur bei niedrigem Einkommen — und es gilt dann für alle Kapitalerträge gemeinsam.
Verluste: nur dasselbe Jahr
Verkaufst du im selben Jahr eine Position mit Gewinn und eine mit Verlust, werden die gegeneinander gerechnet und du zahlst nur auf den Rest. Bleibt am Jahresende ein Verlust übrig, ist er weg — er wandert nicht ins nächste Jahr. Das ist deutlich strenger als in Deutschland, Italien oder Polen, wo Verluste jahrelang mitgenommen werden können.
Praktisch heißt das: wer ohnehin eine Verlustposition auflösen will, hat einen Grund, das im selben Jahr zu tun wie einen Gewinnverkauf — nicht erst im Jänner darauf.
Mehrere Depots
Jede Bank rechnet nur mit dem, was bei ihr liegt. Hast du Gewinne bei der einen und Verluste bei der anderen, gleicht das niemand automatisch aus. Dafür brauchst du den depotübergreifenden Verlustausgleich über die Steuererklärung — und dazu von jeder Bank eine Bescheinigung über die Verlustausgleichsoption.
Der typische Anfängerfehler
Glauben, dass ein ausländischer Broker die Sache schon erledigt, weil auf der Abrechnung etwas von Steuer steht. Das ist meist die Quellensteuer des Herkunftslandes, nicht die österreichische KESt. Die fehlt noch — und sie wird beim Finanzamt fällig.
So siehst du es in Kiggo
Kiggo ist an keine Bank und an keinen Broker angeschlossen und übermittelt nichts ans Finanzamt. Das Portfolio zeigt dir Gewinn und Verlust pro Position, damit du siehst, was du im laufenden Jahr schon realisiert hast.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Ist ein Auslandsdepot in Österreich erlaubt?
Ja. Es bedeutet nur, dass keine Bank die KESt für dich abführt und du die Erträge selbst erklärst.
Kann ich einen Verlust ins nächste Jahr mitnehmen?
Nein. In Österreich gibt es für Kapitalvermögen im Privatvermögen keinen Verlustvortrag — verrechnet wird nur innerhalb desselben Kalenderjahres.
Verrechnet meine Bank Verluste von einem anderen Institut mit?
Nein, jede Bank rechnet nur mit dem eigenen Depot. Für den Ausgleich über mehrere Depots brauchst du die Steuererklärung und eine Bescheinigung von jeder Bank.
Kiggo erklärt — Kiggo berät nicht. Wir sagen dir nie, was du kaufen oder verkaufen sollst. Die Entscheidung ist deine. Zuletzt aktualisiert 2026-09-18.
Geschrieben von Claus Frisch, Gründer von Kiggo. Kein Berater, keine Bank — Kiggo erklärt, du entscheidest.